Vollständige Version anzeigen : Wer wird nächster Präsident?
Wie steht es eigentlich um diesen Herrn Jakab Zuma? Wird der nun nächster Präsident? Hab diese fürchterliche Medienschlacht mitgekriegt, als ich vor nem halben in SA war.
Nachdem Her Zuma bezüglich des Vergewaltigungsvorwürfe einen Freispruch errungen hatte, muss er nun mit einer neuen Anklage wegen Korruption rechnen. Also Präsident wird er wohl nicht. Sondern wohl Frau Ngcuka, die jetzige Vizepräsidentin. Bleibt jedenfalls zu hoffen, denn die Frau ist ok.
traveldog
27.12.2006, 09:27
Nachdem Her Zuma bezüglich des Vergewaltigungsvorwürfe einen Freispruch errungen hatte, muss er nun mit einer neuen Anklage wegen Korruption rechnen. Also Präsident wird er wohl nicht. Sondern wohl Frau Ngcuka, die jetzige Vizepräsidentin. Bleibt jedenfalls zu hoffen, denn die Frau ist ok.
Da wär ich mir nicht so sicher. Die ANC Jugend steht ziemlich fest hinter ihm, die Zulus sowieso. Der Mann weiss, was er will und wie er es erreicht. Lies mal das Interview mit Zuma im SPIEGEL (Nr 51).
Grüsse
Traveldog
Wie steht es eigentlich um diesen Herrn Jakab Zuma? Wird der nun nächster Präsident? Hab diese fürchterliche Medienschlacht mitgekriegt, als ich vor nem halben in SA war.
Endlich gibt es eine Alternative zu Jakob Zuma. Tokyo Sexwale hat sein Interesse angemeldet, den ANC zu führen und damit auch Nachfolger von Präsident Thabo Mbeki in 2009 zu werden. Sexwale ist ein Apartheid Aktivist wie auch Zuma. Während seiner Haft auf Robben Island machte er seinen B.Comm (etwa Betriebswirt) an der UNISA Fernuni. Es war nach dem Ende der Apartheid Premier der Provinz Gauteng. 1998 verliess er die Politik und ging ins Öl- und Diamantengeschäft. Sexwale ist heute Multimillionär. Er gilt als charismatischer Führer, gebildet, sehr gewandt, sieht gut aus, kann in ökonomischen Kategorien denken und ist in Südafrika beliebt. Vielleicht nicht die schlechteste Option für Südafrika.
Patrick
Endlich gibt es eine Alternative zu Jakob Zuma. Tokyo Sexwale hat sein Interesse angemeldet, den ANC zu führen und damit auch Nachfolger von Präsident Thabo Mbeki in 2009 zu werden. Sexwale ist ein Apartheid Aktivist wie auch Zuma. Während seiner Haft auf Robben Island machte er seinen B.Comm (etwa Betriebswirt) an der UNISA Fernuni. Es war nach dem Ende der Apartheid Premier der Provinz Gauteng. 1998 verliess er die Politik und ging ins Öl- und Diamantengeschäft. Sexwale ist heute Multimillionär. Er gilt als charismatischer Führer, gebildet, sehr gewandt, sieht gut aus, kann in ökonomischen Kategorien denken und ist in Südafrika beliebt. Vielleicht nicht die schlechteste Option für Südafrika.
Patrick
Tokyo Sexwale wäre sicher nicht verkehrt. Leider hat der ANC dementiert, dass Tokyo Sexwale Präsidentschaftskandidat ist. Er selbst ebenfalls. Aber das will ja nicht viel heissen. Vielleicht kommt ja auch Cyril Ramaphosa noch ins Spiel.
Capeman
Inzwischen dürfte wohl allen klar sein, dass Jacob Zuma der nächste Präsident des ANC und des Landes sein wird. Ich finde die Angst der Weissen vor ihm mittlerweile auch recht hysterisch. Vielleicht wird Zuma es sogar schaffen, die Kriminalität einzudämmen. Hörte da was von Todesstrafe und so. Mbeki steckt ja eigentlich nur noch den Kopf in den Sand. Also, man sollte nicht so schwarz sehen!
Pipo
Ach wenn doch Desmond Tutu noch nicht so alt wär. Er macht wenigstens immer noch seinen Mund auf und sagte heute, dass weder Mbeki noch Zuma das Land führen könnten, weil sie kein Herz für die Menschen hätten. Wie recht er hat, aber wer kann den Job sonst machen? Der ANC hat es leider versäumt, geeignete Führer aufzubauen. Schade dass Helen Zille nicht im ANC ist ... she would be the best !!!
Nun ist das raten ja erst mal vorbei. Wie zu erwarten hat Zuma die Wahl des ANC gewonnen und ich vermute mal dass er nun auch der anstehenden Verhandlung hinsichtilich der Korruptionsaffaere entspannt entgegentreten kann. Alle anderen Fuehrungspositionen innerhalb des ANC wurden an seine Leute vergeben so dass er innerhalb der Partei eine gute Stuetze hat. Das bedeutet meines Erachtens eine konsequentere linksausrichtung der Partei und Zuma als zu erwartenden Praesidenten des Landes.
Zuma ist über den anstehenden Prozess nicht so entspannt wie du denkst, obwohl er auf seiner neuerlichen Hochzeit sehr fröhlich wirkt.
Was die Korruptionsaffäre angeht, so hofft er auf die Hilfe des Mobs im Zululand. Die Cosatu hat ja indirekt bereits Gewalt angedroht. Bleibt abzuwarten, ob sich die Justiz davon einschüchtern lässt.
Das Tragische ist, dass mit Zuma der Mob an die Macht gekommen ist (oder sagen wir: an die Macht kommen WIRD), die Ungebildetsten, Dämlichsten, Korruptesten und Skrupelosesten ... naja wie es halt in Afrika so läuft.
Grüsse
Biltong
Hallo Biltong,
ich denke nicht, dass man Zuma zum Mob rechnen kann. Es sind aber in der Tat die unteren Sozialschichten, die sich Hoffnung auf mehr Wohlstand machen, wenn Zuma an die Macht kommt. Viele glauben, sie bekommen dann ein Häuschen geschenkt. Übrigens haben viele Schwarze in den letzten Jahren tatsächlich ein Häuschen geschenkt bekommen. Die meisten gehören allerdings mittlerweile der Mafia, die die Häuser dann für hohe Mieten an die vorigen Eigentümer zurückvermietet. Ja, so läuft das hier. Wahnsinn auf hohem Niveau. Und das Programm läuft immer weiter, ursprünglich eine Initiative von Nelson Mandela.
Benno
Ihr müsst mal auf www.youtube.com gehen und dann nach "Zuma BBC" suchen. Da kommt eine Südafrika Sendung mit dem Titel "No more Mandelas" auf, die kürzlich im BBC lief. In Youtube aufgeteilt in 3 Filme a 10 Minuten. Besonders im 3. Teil könnt Ihr Herrn Zuma kennenlernen. Der BBC Reporter fragt: "Mr Zuma, are you a crook? ..." Und dann könnt Ihr den zukünftigen Landesvater und Kämpfer für demokratische Werte mal erleben. Äusserst sehenswert und der Image Schaden für Südafrika gigantisch. Nun will die Regierung eine PR Kampagne einleiten, damit Südafrika endlich wieder in einem strahlenden Licht erscheint.
Pipo
Wirklich peinlich für Südafrika. Letztlich aber keine gute Idee von den Briten, den Zuma so vorzuführen. Er wird sich dafür rächen, wie Mugabe auch.
Und dann könnt Ihr den zukünftigen Landesvater und Kämpfer für demokratische Werte mal erleben. Äusserst sehenswert und der Image Schaden für Südafrika gigantisch. Nun will die Regierung eine PR Kampagne einleiten, damit Südafrika endlich wieder in einem strahlenden Licht erscheint. Pipo
Dem ANC obliegt weiter die Führung des Landes. Eine Aufarbeitung der Apartheid wurde auf dem Weg der Reconciliation in Angriff genommen. Der sozialen Schere wurde mit viel Geld letztlich nur symbolisch entgegen gewirkt. Hier liegt das größte Defizit, dessen Organisatoren nur etwas die Hautfarbe gewechselt haben.
Der benannte Film (Teil 1) zeigt es doch deutlich. Der nachwachsenden Township-Generation bietet die Gesellschaft eher Crack und Schusswaffen an, als Bildung und Lebensperspektiven. Die globalisierte Oberschicht tanzt auf einem Vulkan und scheint alle Probleme außer ihren Kapitalrenditen der Regierung zu überlassen, demnächst also bei Jacob Zuma abzuladen. Herr Mbeki ist der große Beschwichtiger, Herr Zuma ein Praktiker mit War-Credentials, also ein Macher - aber wovon??? Nelson Mandela hätte ich einiges zugetraut, aber er wurde zu früh geboren, um Südafrika jetzt noch weiter den Weg zu weisen. Das geht jetzt nur noch im Team aller patriotischen Kräfte, wie es normal sein sollte in einem konstruktiven, respektvollen und fairen Wettbewerb der Menschen und Regionen untereinander.
Das Problem von getrennter Entwicklung ist in der ganzen Globalisierung (Marktwirtschaft) enthalten und hatte als politisch organisierte Apartheid in Südafrika nur mal eine besondere Ausprägung. Der Schoß ist fruchtbar noch. Der ANC (einschließlich Jacob Zuma) neigt dazu, alle Übel des Landes auf das Erbe von vor 1994 zu schieben und sich damit aus der Verantwortung zu wursteln, wie es umgekehrt eine privilegierte (einst weiße) Oberschicht gegenüber den vielen Unterprivilegierten machte und weiter (jetzt mit ANC-Mitgliedsbuch) macht.
Ich sehe da eine besondere Verantwortung für konstruktive Vorschläge auf Seite der liberalen weißen Minderheit, die sich im DA versammelt hat. Deren Wirtschafts- und Sozialkompetenz ist ein Schlüssel für eine künftige Einheit des Landes. Herr Zuma wäre gut beraten, mit dem DA eine ständige Kommission der nationalen Einheit zu bilden (im Parlament mit regelmäßiger, öffentlicher Berichterstattung). Die alten ANC-Kämpfer sind allein in zu großer Gefahr, anderen Fehlentwicklungen in afrikanischen Ländern nachzueifern. Es wäre schade. Schade auch für Simbabwe....
Ich sehe da eine besondere Verantwortung für konstruktive Vorschläge auf Seite der liberalen weißen Minderheit, die sich im DA versammelt hat. Deren Wirtschafts- und Sozialkompetenz ist ein Schlüssel für eine künftige Einheit des Landes. Herr Zuma wäre gut beraten, mit dem DA eine ständige Kommission der nationalen Einheit zu bilden (im Parlament mit regelmäßiger, öffentlicher Berichterstattung). Die alten ANC-Kämpfer sind allein in zu großer Gefahr, anderen Fehlentwicklungen in afrikanischen Ländern nachzueifern. Es wäre schade. Schade auch für Simbabwe....
Ich stimme dir in allem zu, ausser was deine Hoffnungen in Bezug auf die DA anbelangt. Dieser kleine Haufen wird nicht in der Lage sein, noch irgendwas zu drehen, zumal es der ANC als Zumutung empfindet, dass es sie überhaupt gibt und sie auch noch den Mund aufmachen. "That's just opposition talk". Das sagt Zuma, wenn die DA irgendetwas Kritisches sagt. Das "Demokratie" Verständnis des ANC basiert auf Monokultur, wie auch andernorts in Afrika.
bakubong
27.04.2009, 09:56
Powerfrau vom Kap
Sie hat das fast Unmögliche geschafft: Die Kapstädter Oberbürgermeisterin Helen Zille kann die Provinz Western Cape künftig als Ministerpräsidentin mit absoluter Mehrheit regieren. Die Großnichte des Berliner Malers hat die politische Szene Südafrikas gründlich durcheinandergewirbelt.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,621172,00.html
Afrikavenn
27.04.2009, 14:24
Das macht doch fast schon ein wenig Hoffnung, dass es vieleicht nicht so kommt wie man befürchten tut.....
Gruss
Dirk
Also, ich muss auch sagen: es hätte schlimmer kommen können. Bin heilfroh, dass die DA hier ne klare Mehrheit hat. Das ist doch schon mal ein Anfang und ein schmerzhafter Stachel im Fleische des ANC. Nun müssen die Bodyguards nur schön auf Frau Zille aufpassen, denn ein Menschenleben zählt in Schwarzafrika bekanntlich nicht allzuviel !!
Pipo
Ich stimme dir in allem zu, ausser was deine Hoffnungen in Bezug auf die DA anbelangt. Dieser kleine Haufen wird nicht in der Lage sein, noch irgendwas zu drehen...
Dank Powerfrau Helen konnte die Demokratische Allianz ihrem Namen doch noch Nachdruck verleihen. Ich drücke ihr weiter die Daumen.
Das macht doch fast schon ein wenig Hoffnung, dass es vieleicht nicht so kommt wie man befürchten tut..... Gruss Dirk
So sehe ich das auch. Jacob Zuma kann dank der Wahlzustimmung momentan vor Kraft kaum laufen. Als künftiger Präsident sollte er eine ehrliche und respektvolle Partnerschaft mit der neuen, kleinen Landesregierung West-Kap in seiner Staats- und Parteiführung einrichten. Das wird ihn vor den größten Fehlern einer Macht-Monokultur bewahren können und ist jetzt viel wichtiger, als seine altes Maschinengewehr (ANC-Hymne).
Gefahren gibt es genug. Hörbare Teile der ANC-Jugend betonen, Robert Mugabe ("Hitler tenfold") sei ihnen ein Vorbild, ihr panafrikanischer "Leader". Die deutsche Übersetzung "Führer" deutet schon auf den dumpfen, nationalistischen Rechtsruck hin, den so etwas ganz schnell mal möglich machen könnte. Wie wird Zuma auf eine solche Einladung als "positiver" Diktator (König) reagieren? Afrikanisch gebauchpinselt?
Gedankenexperiment am Rande: Nach olympischer Etikette sollte Adolf Hitler im Berliner Olympiastadion von 1936 den Publikumsliebling Jesse Owens vorlassen, um als Staatschef diesem zu seinen Leichtathletik-Goldmedaillen zu gratulieren. Der direkte Hautkontakt beim Handschlag mit einem Afroamerikaner hätte seine schauspielerische Leistungskraft wohl überfordert. Ein Herzschlag hätte Hitlers Leben 1936 beendet. Wie würde sein Andenken heute in Deutschland und der Welt gefeiert? Ich meine, nicht nur durch solche Pappnasen, wie Robert Mugabe oder Dr. Phillipp Jenninger (skandalöse Pogrom-Gedenkrede 1988 als von der CDU gestellter Bundestagspräsident = Nr. 2 in BRD-Hierarchie seit 1984). Beide identifizierten die Zeit vor dem 2.Weltkrieg im Deutschen Reich mit Vollbeschäftigung und Wirtschaftswunder, respektive die jetzige Unperson als Retter von 1936 aus der damaligen Weltwirtschaftskriese. Selbst der erzkonservative Winston Churchill erhoffte zu der Zeit eine ähnlich starke Führungspersönlichkeit für die Rettung des Vereinigten Königreichs.
Frrrosch
06.05.2009, 17:22
Kapstadt, 06. Mai (Reuters) - Jacob Zuma, der Chef des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), ist am Mittwoch vom Parlament mit 277 Stimmen zum neuen Präsidenten Südafrikas gewählt worden. Für seinen Kontrahenten, Mvume Dandala von der neuen Partei Volkskongress (COPE), stimmten 47 Parlamentarier. Der 67-jährige Zuma ist damit der vierte Präsident Südafrikas nach der Apartheid. Zumas ANC hatte die Parlamentswahl am 22. April gewonnen, aber knapp die Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlte.
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