muenchhausen
13.02.2009, 15:27
Ich melde mich hier mal wieder zu Wort, und diesmal in einer Angelegenheit, die mir wirklich am Herzen liegt.
Ich komme gerade von einer kleinen Expedition durch Zimbabwe zurück und möchte euch ein paar meiner Impressionen wiedergeben. Die Reise hatte die Aufgabe, Aufschlüsse über die aktuelle Situation der Tierwelt in Zimbabwe zu bekommen. Mein Ziel war der berühmte Hwange Nationalpark (die Südafrikaner sprechen es "Wänki" aus) im nordwestlichen Teil des Landes.
Ich fuhr also nach Musina und überquerte dort den Limpopo Fluß. In Beitbridge auf der Zimbabwe Seite warteten Trauben von Menschen am Grenzgebäude, um nach Südafrika hinüber gehen zu dürfen. Wie ihr sicher wisst, gibt es in Zimbabwe derzeit nichts mehr zu essen (auch nichts Vernünftiges mehr zu trinken). Man isst notgedrungen Gras und Erde. Und wer es sich leisten kann und noch nicht der Cholera zum Opfer gefallen ist, besorgt sich in Südafrika das Nötige zum Leben oder bleibt gleich ganz dort.
Ich fuhr weiter nach Bulawayo. Die Stadt war menschenleer. Die Läden standen offen, in den Regalen nichts zu sehen. Ich war froh, daß ich meinen Landcruiser in Bloemfontein randvoll mit Boerewors, Baked Beans und Biltong geladen hatte und mein Long-Range Diesel-Tank noch gut gefüllt war. Robert Mugabe ist jetzt schon ziemlich allein, dachte ich. Vielleicht hat der senile Greis das Wort "Alleinherrscher" allzu wörtlich genommen. Vielleicht hat er dies jetzt erkannt und sich darum den Herrn Tsvangirai als Unterstützer gesucht. Die Menschen sind jedenfalls fort, und mir wurde klar, warum es in Südafrika jetzt so von Zimbabwern wimmelt.
Im Hwange Park herrschte ebenfalls eine gähnende Leere. Kein Parkwächter, kein Tourist und natürlich keine Tiere. Alles abgeknallt und verspeist, vor allem von Herrn Mugabes Mitarbeitern beim Sicherheitsdienst. Was sie nicht erwischen konnten, war verdurstet, denn die Pumpen an den Wasserlöchern funktionieren schon lange nicht mehr. Am nahezu ausgetrockneten Khan'Shimba Wasserloch stieß ich dennoch auf eine kleine Gruppe von abgemagerten Elefanten. Zwei deutsche Tierschützer hatten eben eine Lastwagenladung mit übriggebliebenen Weihnachtsbäumen nach Hwange geschafft. Genüßlich machten sich die Elefanten darüber her. Die pieksigen Nadeln störten sie offenbar nicht. Leider fehlte es an einer Säge, um die Weihnachtsbäume mundgerecht zu zerkleinern. Einem der Dickhäuter blieb darum ein Weihnachtsbaum im Halse stecken. Es dauerte Stunden, bevor wir das Tier endlich mit vereinten Kräften von dem Baum befreien und es vor dem sicheren Tod bewahren konnten.
Es soll noch einige wenige weitere Elefanten in Hwange und anderen Parks in Zimbabwe geben. Außerdem noch einige Wildschweine (die Biester sind schwer zu schießen oder zu fangen!). Für diese wenigen Tiere werden noch Paten gesucht. Schmeisst also euer Grünzeug nicht unbedacht in die Biotonne sondern schickt es nach Zimbabwe. Die Elefanten werden es euch danken, wenn ihr eines Tages selbst mal nach Zimbabwe fahrt...
Wer bei der Tierpatenschaft mitmachen will, möge seine Adresse hier ins Forum stellen. Die Zeit drängt. Die Menschen sind schon tot, aber ein paar Tiere könnten es mit eurer Hilfe noch schaffen!
Die angehängten Tierfotos könnt ihr übrigens - glaube ich - nur sehen, wenn ihr euch im Forum anmeldet.
Euer
Carl Friedrich
Ich komme gerade von einer kleinen Expedition durch Zimbabwe zurück und möchte euch ein paar meiner Impressionen wiedergeben. Die Reise hatte die Aufgabe, Aufschlüsse über die aktuelle Situation der Tierwelt in Zimbabwe zu bekommen. Mein Ziel war der berühmte Hwange Nationalpark (die Südafrikaner sprechen es "Wänki" aus) im nordwestlichen Teil des Landes.
Ich fuhr also nach Musina und überquerte dort den Limpopo Fluß. In Beitbridge auf der Zimbabwe Seite warteten Trauben von Menschen am Grenzgebäude, um nach Südafrika hinüber gehen zu dürfen. Wie ihr sicher wisst, gibt es in Zimbabwe derzeit nichts mehr zu essen (auch nichts Vernünftiges mehr zu trinken). Man isst notgedrungen Gras und Erde. Und wer es sich leisten kann und noch nicht der Cholera zum Opfer gefallen ist, besorgt sich in Südafrika das Nötige zum Leben oder bleibt gleich ganz dort.
Ich fuhr weiter nach Bulawayo. Die Stadt war menschenleer. Die Läden standen offen, in den Regalen nichts zu sehen. Ich war froh, daß ich meinen Landcruiser in Bloemfontein randvoll mit Boerewors, Baked Beans und Biltong geladen hatte und mein Long-Range Diesel-Tank noch gut gefüllt war. Robert Mugabe ist jetzt schon ziemlich allein, dachte ich. Vielleicht hat der senile Greis das Wort "Alleinherrscher" allzu wörtlich genommen. Vielleicht hat er dies jetzt erkannt und sich darum den Herrn Tsvangirai als Unterstützer gesucht. Die Menschen sind jedenfalls fort, und mir wurde klar, warum es in Südafrika jetzt so von Zimbabwern wimmelt.
Im Hwange Park herrschte ebenfalls eine gähnende Leere. Kein Parkwächter, kein Tourist und natürlich keine Tiere. Alles abgeknallt und verspeist, vor allem von Herrn Mugabes Mitarbeitern beim Sicherheitsdienst. Was sie nicht erwischen konnten, war verdurstet, denn die Pumpen an den Wasserlöchern funktionieren schon lange nicht mehr. Am nahezu ausgetrockneten Khan'Shimba Wasserloch stieß ich dennoch auf eine kleine Gruppe von abgemagerten Elefanten. Zwei deutsche Tierschützer hatten eben eine Lastwagenladung mit übriggebliebenen Weihnachtsbäumen nach Hwange geschafft. Genüßlich machten sich die Elefanten darüber her. Die pieksigen Nadeln störten sie offenbar nicht. Leider fehlte es an einer Säge, um die Weihnachtsbäume mundgerecht zu zerkleinern. Einem der Dickhäuter blieb darum ein Weihnachtsbaum im Halse stecken. Es dauerte Stunden, bevor wir das Tier endlich mit vereinten Kräften von dem Baum befreien und es vor dem sicheren Tod bewahren konnten.
Es soll noch einige wenige weitere Elefanten in Hwange und anderen Parks in Zimbabwe geben. Außerdem noch einige Wildschweine (die Biester sind schwer zu schießen oder zu fangen!). Für diese wenigen Tiere werden noch Paten gesucht. Schmeisst also euer Grünzeug nicht unbedacht in die Biotonne sondern schickt es nach Zimbabwe. Die Elefanten werden es euch danken, wenn ihr eines Tages selbst mal nach Zimbabwe fahrt...
Wer bei der Tierpatenschaft mitmachen will, möge seine Adresse hier ins Forum stellen. Die Zeit drängt. Die Menschen sind schon tot, aber ein paar Tiere könnten es mit eurer Hilfe noch schaffen!
Die angehängten Tierfotos könnt ihr übrigens - glaube ich - nur sehen, wenn ihr euch im Forum anmeldet.
Euer
Carl Friedrich