Vollständige Version anzeigen : Krankenversicherung für deutsche Auswanderer
Hallo an alle,
eine Bekannte von mir möchte nach Namibia auswandern.
Sie benötigt dort jedoch eine Krankenversicherung. Dazu ist zu sagen, daß sie bereits 65 Jahre alt ist, hochgradig asthmakrank und auch nicht wirklich gut betucht.
Welche Chancen hat sie, in Namibia eine private Krankenversicherung zu finden, die - ähnlich einer deutschen KV - praktisch alle anfallenden Kosten übernimmt und dennoch billig ist? :confused: :confused:
Ich habe gelesen, daß es eine staatliche KV in Namibia gar nicht gibt. Also bleibt ja nur eine private übrig.
Meiner persönlichen Ansicht nach dürften die Vorerkrankungen und das Alter auch eine Rolle spielen und eine Aufnahme in eine private Krankenversicherung in Namibia nicht eben einfacher machen. Deshalb habe ich sie bereits gewarnt, hier alle Zelte abzubrechen.
Kann sie überhaupt als Deutsche einfach dort einwandern und fertig???
Wie seht Ihr die Chancen mit der Krankenversicherung?
Über Antworten freut sich und grüßt alle herzlich,
Azalee :)
Hallo Azalee,
wenn deine Bekannte finanziell nicht gut betucht ist, hat sie -auch in Anbetracht des Alters- keine Chance, nach Namibia einzuwandern, es sei denn, die hat dort Verwandte oder heiratet einen Namibier.
Sie sollte es bei einem jährlichen Langzeit Urlaub bewenden lassen und ihre deutsche KV um Himmels Willen nicht kündigen.
Vroni
Hallo Azalee,
ich kann mich Vroni's Meinung nur anschliessen. Auch besonders wegen ihrer Erkrankung wuerde ich nicht nach NAM gehen. Gerade aus dem Grunde ist letztes Jahr ein guter Freund von uns zurueck nach Deutschland gezogen. Schluesselerlebnis war der Herzinfarkt eines Bekannten, der nach Kapstadt ausgeflogen werden musste, da es nicht einmal in Windhoek einen Kardiologen gab, der das behandeln konnte. (O.k., moeglicherweise wird sie ihr Asthma auch in NAM los....)
Aber falls sie sich gar nicht beirren lassen sollte, gibt es immer noch die Moeglichkeit einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung in Deutschland, z. B. ueber den ADAC oder die DKV. Aber die Beitraege duerften immens hoch sein. Man kann sich dort bis zu 36 Monaten versichern.
Gruss,
Baggi
Hallo Vroni und Baggi1,
hallo natürlich auch an alle anderen, :D
vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Heute habe ich noch einmal mit meiner Bekannten telefoniert.
Sie hat von jemandem gehört, daß man bei seiner gesetzlichen deutschen KV einen Auslandsaufschlag dazu buchen kann. Diesen Weg will sie nun erst einmal weiter verfolgen.
Kann man eigentlich, unabhängig von dem Problem einer Krankenversicherung, einfach nach Namibia einwandern, oder muß man da auch Voraussetzungen erfüllen? Also beispielsweise Dauervisum/Aufenthaltserlaubnis oder so was in der Art?
Muß man eigentlich nachweisen, daß man über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt, damit nicht die Gefahr besteht, daß man mal dem Staat zur Last fällt?
Arbeiten will meine Bekannte dort auf keinen Fall und heiraten auch nicht.
Vielen Dank noch einmal und herzliche Grüße,
Azalee
Sorry - aber ich bin immer recht offen und direkt:
Ich glaube nicht, daß die namibianischen Behörden auf kranke und finanziell "dünn betuchte" deutsche Rentner warten....was will Deine Bekannte denn in Namibia, dort ist es im Winter genauso kalt wie in D...ohne "Anschluß" würde ich das eine "Mission Impossible" nennen....btw. wir haben letzte Woche mindestens 10 "abgehalfterte", alte Weisse in Swakop an den Kreuzungen betteln gesehen... nur so als "watch-out"...:D
Hallo JMK,
ich bin Dir keineswegs böse wegen Deiner Offenheit, denn ICH will ja nicht nach Namibia (bin mehr ein USA/Canada-Fan :D ).
Meine Bekannte hat hochgradiges Asthma (COPD), und immer wenn sie in Namibia war, ging es ihr auch ohne Cortison (mit den entsprechenden Nebenwirkungen wie Osteoporose) bestens. Hier muß sie täglich eine bestimmte Dosis Cortison einnehmen, und man hat ihr vorausgesagt, daß sie aufgrund dieser hohen Cortisondosen in spätestens drei Jahren hier nur noch "von Knochenbrüchen" leben wird.
Daher erhofft sie sich von Namibia, wo sie eben gar kein Cortison mehr benötigte (jedenfalls in den vergangenen Jahren während ihrer Aufenthalte), daß es ihr dort deutlich besser geht als in Deutschland.
Meine Frage hast Du allerdings leider nicht beantwortet, nämlich ob man zur Einwanderung nach Namibia bestimmte Voraussetzungen erfüllen muß, um eine Dauer-Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.
Schöne Grüße und ein schönes Wochenende an alle,
Azalee
Baggi & Vroni haben Dir die gewünschte Antwort bereits gegeben...wenn Du exakte Details für Deine Bekannte haben möchtest, würde ich die Homepage der Botschaft von NAM empfehlen (google sollte da helfen) und dort Erkundigungen einziehen - entweder online oder telefonisch.
Die Einreise nach Namibia ist als Tourist auf 3 Monate beschränkt, egal welches Alter. Zu einem längeren Aufenthalt kann ich nichts sagen - für diese Auskünfte ist immer die jeweilige Botschaft die beste Quelle.
Viel Erfolg !
PS - das Klima in Swakopmund letzte Woche hat mich ans Frühjahr in der Bretagne erinnert - genau so ungemütlich und kalt - wenn die Seeluft des Atlantiks das "Heilmittel" für Deine Bekannte ist, warum dann so weit Reisen ?
Anbei 2 Fotos von der Jetty in Swakop, Sonntag - 16.08.09, ca. 16:00 Uhr Ortszeit
Hallo an alle,
danke für Eure Antworten, auf jeden Fall helfen sie schon weiter.
Irgendwann möchte ich Namibia auch mal besuchen, schon allein der Tierwelt wegen, aber dann kombiniert mit Südafrika, und die erste Reise auf jeden Fall als organisierte Rundreise.
Herzliche Grüße,
Azalee
Hallo Azalee,
das "Einwandern" nach NAM ist mindestens so aussichtslos wie nach RSA - wenn das nötige Kleingeld fehlt. Ich hatte allerdings den Eindruck, in diesem Thread ging es hauptsächlich um die Krankenversicherung. (Für mich hätte erstmal die Aufenthaltserlaubnis Priorität VOR den anderen Details...naja, jede Jeck is halt anders)
Du schreibst, dass Deine Bekannte nicht allzu betucht ist, dann gehe ich davon aus, dass Sie die finanziellen Bedingungen nicht erfüllen kann.
By the way: gibt's für ihr Asthma keine anderen Flecken auf dieser Erde?? NAM wäre wirklich das Letzte, wohin ich auswandern würde... wenn es auch als Urlaubsland einmalig ist. Hab da letzte Zeit zu viel üble Geschichten gehört...
Baggi
By the way: gibt's für ihr Asthma keine anderen Flecken auf dieser Erde?? NAM wäre wirklich das Letzte, wohin ich auswandern würde... wenn es auch als Urlaubsland einmalig ist. Hab da letzte Zeit zu viel üble Geschichten gehört...
Interessanter Aspekt. Im spanischen Inland dürfte das Klima ähnlich sein... und da kann man bestimmt billiger leben.
Vroni
Interessanter Aspekt. Im spanischen Inland dürfte das Klima ähnlich sein... und da kann man bestimmt billiger leben.
Vroni
Sorry Vroni - "billiger" kannst Du in Spanien heute nicht mehr leben - vielleicht "cost neutral" in Portugal....aber das Klima der span. Atlantikküste passt zu Swakopmund - insofern eine Überlegung wert...inbesondere unter dem EU Aspekt bzgl. Krankenversorgung ;) ....oder einfach bleiben wo man ist - wenn die Kohle nicht reicht :D ....
Hallo guten Abend,
daß das nicht ganz so einfach ist mit dem Auswandern nach Namibia, hab ich mir fast schon gedacht. Die Thematik hat mich dann persönlich nur sehr interessiert, weil wir recht überrascht waren, als unsere Bekannte ihre Pläne offenbart hat. Es hörte sich bei ihr sooo einfach an.
Irgendwie war mir schon klar, daß es in jedem Land schwierig wird, einzuwandern, wenn man nicht über das nötige Kleingeld verfügt (außer natürlich in Deutschland, da kommt jeder rein :( ).
Ganz abgesehen davon stelle ich es mir auch ansonsten schwierig vor, seiner alten Heimat komplett den Rücken zu drehen, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat und sein Leben lang in Deutschland gelebt hat.
Von den USA her kenne ich es so, daß man auch gewisse Voraussetzungen erfüllen muß. Selbst wenn man einen Ami heiratet, dauert es etwa ein Jahr (!!), bis sich der neue, ausländische Ehepartner legal in den USA aufhalten darf (der Papierkrieg dauet so lange).
Alternativ kann man dann einwandern, wenn man selbständig ist, dort ein Unternehmen eröffnet und mindestens zwei Amerikanern einen Vollzeitjob bieten kann.
Na ja, was bin ich doch froh, daß es nicht meine Pläne sind. :D
Herzliche Grüße,
Azalee
(außer natürlich in Deutschland, da kommt jeder rein :( ).
Naja, ganz so einfach, wie man sich an deutschen Stammtischen darüber erregt, ist es denn nun nicht.
Wenn ich allein daran denke, welchen Papierwust eine Freundin in SA bewältigen musste, um allein ein Besuchervisum für Deutschland zu bekommen...
Baggi
Karoobak
21.09.2009, 12:20
Also wir können uns ja nicht beklagen, als EU Bürger bekommen wir in vielen Länder 90 Tage ohne Visums-Gebühr sofort... wenn ein SA-ler nach EU kommen möchte, muss er das "Schengen-Visum" beantragen, auch für UK und das kostet und man muss Geld-Nachweise erbringen, etc, etc, ...
und dass die nicht wollen, dass wir "Auswanderer" dort kein Sozialfall werden ist ja wohl auch klar.
Sei es USA, NZ, AUS, NAM oder ZAR.
Klar, die EU macht vieles einfacher. Und ohne Moos nix los ;)
Und die Papierwuste, das ist schon besonders in SA und NAM sehr schwierig und traurig..gibt es ja schon genug Abschreckende Neuigkeiten, ich kann nur empfehlen, dran bleiben und nicht aufgeben und einen langen Atem und Zeit haben... "nur die Harten kommen in den Garten" oder war es Südafrika? Noch ein Spruch, "Afrika is not for sissies" ;)
Schöne Grüße
Thomas
Hab's mir anders überlegt.
severinf
16.04.2010, 12:28
Namibia finde ich in solchen Fall eine sehr ungewöhnliche, wenn aber auch interessante Wahl. Ich würde anfangs nie die deutsche Krankenversicherung aufgeben, wenn ich ins Ausland gehe (egal wohin), denn wenn man sich die Rückkehrerquote bei Auswanderern ansieht, weiß man auch warum. Man kann ja in Deutschland einen Vergleich der privaten KV (http://www.aecura.de/pkv-vergleich/index.php) machen und sich dann für die günstigste/beste Versicherung entscheiden und dort auch womöglich eine Auslandskrankenversicherung abschließen. In Deutschland kündigen würde ich erst, wenn man sich 100%ig für einen Verbleib im neuen Land entschieden hat.
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