Vollständige Version anzeigen : Leben in SA
Hallo allerseits,
bin neu hier und habe mich schon etwas umgesehen im Forum. Habe einige Interessante Beiträge gelesen und möchte jetzt auch mal einen erstellen.
Ich war im letzten Jahr für 11 Monate in Südafrika (Jobmässig) und das Leben dort hat mich sehr beeindruckt. D.h. ich habe das Leben dort nicht von der touristischen „alles ist wunderschön“ Seite kennen gelernt, sondern das typische Alltagsleben mit seinem Trott.
Und ich halte das alltägliche Leben wesentlich Lebenswerter als in Deutschland. Wobei die in Deutschland vorhandenen Lebensbequemlichkeiten in SA nicht so vorhanden sind, was mir nicht wirklich viel Ausmacht. Ich habe festgestellt das man in SA das eigene Leben wesentlich gelassener angehen lässt als in Deutschland. Und mit der vielberüchtigten Kriminalität, die zweifelsfrei vorhanden ist, lässt sich auch umgehen. Man muss sich lediglich an einige Gepflogenheiten halten, was man mittlerweile in Deutschland auch muß. Heißt genauso wie ich mich nachts nicht in einem Park in einer deutschen Großstadt aufhalten würde, würde ich dieses auch nicht in SA machen.
Ich war in Heidelberg, ist ca. 60km südlich JHB gelegen, eine schöne kleine Afrikaansstadt. Dort habe ich auch meine jetzige Freundin kennen gelernt. Wir tragen uns mit dem Gedanken ein Leben zusammen in SA aufzubauen. Ich hätte sogar die Chance in SA einen Job zu bekommen bei der Firma bei der ich dort als Bauüberwacher gearbeitet habe.
Das einzig negative ist das die Eltern meiner Freundin mich nicht akzeptieren..tja bin leider nur ein deutscher und kein weißer Afrikaans. Etwas nervig die traditionelle Denkensweise der Buuren auf dem Lande. Weiterhin macht mir die politische und gesellschaftliche Entwicklung wirklich sorgen. Ich möchte allerdings auch meiner südafrikanischen Freundin nicht zumuten im kalten regnerischen Deutschland zu wohnen. Ich denke nicht das Sie hier glücklich wird.
Das heißt ich mach mir derzeit wirklich viel Gedanken auszuwandern und ein Leben in SA aufzubauen. Würde mich freuen von Leuten zu hören die sich mit ähnlichen Gedanken tragen nach SA auszuwandern.
Totsiens
e-kay4!
Ich weiss nicht, warum sich so viele Deutsche Südafrika immerzu schön reden. Ich kenne 3 Leute persönlich, die allein in diesem Jahr ermordet wurden. Hart in keiner Zeitung gestanden. Rein statistisch gesehen, ist deine Chance hier ermordet zu werden natürlich nur 1:2000 (20000 Morde jährlich) und im Landstädtchen Heidelberg ist es vermutlich noch unwahrscheinlicher, dass dir was passiert. Aber man lebt hier in Südafrika halt in einer permanenten latenten Unsicherheit, basically hinter Zäunen und Gittern. Das habt ihr in dieser Form in Deutschland nicht, und das ist schlicht ein Faktum, auch wenn es vielleicht auch in Deutschland ein paar Brennpunkte gibt, wo das Leben etwas gefährlicher ist.
Ich habe auch wenig Hoffnung, dass sich die Kriminalität in Südafrika bessern wird, weil die Rahmenbedingungen dafür einfach nicht vorhanden sind. Darum mein Tipp: schnapp dir deine SA Freundin und such dir nen schönen Ort in Deutschland oder sonstwo in Europa. Ich kenne übrigens nur sehr sehr wenige Deutsche, die in ausgesprochen afrikaansen Umgebungen glücklich geworden sind. Die Xenophobie ist bei den Südafrikanern, besonders bei den afrikaansen weit verbreitet.
Mann, dieses Gequatsche wegen der Kriminaltät immer. Ich lebe seit 20 Jahren in Südafrika und mir oder meiner Familie ist noch nie irgendwas passiert. Fühle mich hier genauso sicher wie in Europa. Man tut immer so, als sei es ein Glücksfall, wenn man hier nicht umgebracht wird. Welch ein Unsinn. Die Morde passieren in den Townships. Da gehen Schwarze auf Schwarze los. Niemand sollte sich davon abhalten lassen, hierher auszuwandern. Es ist immer noch 100x lebenswerter in Südafrika als im feuchten muffigen Deutschland. Und die Wirtschaft brummt. In Deutschland habt ihr nur ein wirtschaftliches Strohfeuer. Wird nicht von Dauer sein.
Gruss von Michl
moonlight
09.01.2008, 20:04
ich würde auch gerne mit meiner Familie nach Südafrika auswandern.Ich habe auch schon einen eigenen Thread eröffnet, doch da meldet sich niemand.Vieleicht könnt ihr mir einige Fragen beantworten:
- Wie viel Eigenkapital muss man aufbringen, um mit einer vierköpfigen Familie auszuwandern? (Die Kinder sind 12 und 1 Jahr(e) alt).
- Wo kann man im Internet nach Jobs oder Wohnungen suchen?
Danke schonmal im Voraus.
moonlight
hi moonlight. Ist ne gute Idee, nach Südafrika auswandern. Lass dich durch nichts davon abbringen!!! Du wirst es nicht bereuen wenn du hier lebst, obwohl viel Dummes zeug über crime und so erzählt wird. Alles wichtigtuerei.
wenn du einen Job findest braucht du nicht viel zum Start. vielleicht 50000 Rand zur Überbrückung. kuck mal auf die website arbeiteninkapstadt.com. Besser ist aber du kommst her und kukst in die Zeitung.
Viel Glück
Michl
Ich spiele mit dem Gedanken mich in SA niederzulassen. Mit welchen monatlichen Kosten muss man denn so ungefähr rechnen (Miete, Lebenshaltung, Versicherungen) wenn man vernünftig leben können will und nicht jeden Rand zweimal umdrehen möchte. Stellenbosch oder Kapstadt wären meine bevorzugten Regionen
Wäre schön wenn jemand mir eine Grössenordnung angeben könnte
Gruss
Driver
...die gefahr auf mein kindern nicht einbringen!!
20000 mord im Jahr ist ein unerschaetzung, das sind nur die was gemeldet sind. Mord und Hijackings passieren NICHT nur in die Townships - glaub mir!!
Wenn ich ein 12 und 1 jahrige kind haette wuerde ich es nich machen.
Mann muss auch an ihren zukunft denken! Da gibts immer noch Afirmative Action 15 jahre nach Aparteit - was wurde dein 12 Jahrige in 10 jahren fuer Arbeit machen? :rolleyes:
Naja, nur meine meinung.:D
woelfchen
15.01.2008, 19:14
würde sagen: 20.000 Rand für ne kleine Familie braucht man schon.
Wolf
Ricochet
03.02.2008, 19:27
Kosten, grob (in Rand):
6.000 Miete
2.000 Versicherung
1.500 Benzin (pro Fahrzeug)
500 Putzfrau
500 DSTV (Fernsehen)
500 Sicherheitsdienst
2.500 Krankenversicherung (vierköpfige Familie)
2.500 Schulgeld (2 Kinder, normale Schule)
500 Telefon
8.000 Konsumgüter
+ Leasing/Raten für PKW
+ Altersvorsorge (!!!)
+ Vermögensbildung
Also unterm Strich sollte man schon ein Nettoeinkommen von mindestens 25.000,00 Rand/Monat haben, wenn man im Vergleich zu Deutschland keine sozialen Rückschritte machen will. Auch zu beachten ist eine Inflation von 10% pro Jahr.
@michl:
Mich würde mal interessieren wo du seit 20 Jahren in SA wohnst ohne selbst Erfahrung mit Kriminalität gemacht zu haben!
Ich und meine Südafrikanische Freundin werden im Mai nach Deutschland ziehen, weil es unverantwortlich ist seine Kinder in SA aufzuziehen!
Ich persönlich ziehe es nämlich vor dass meine Kinder in einem Land aufwachsen wo sie draußen auf der Straße spielen können. Und wo man einen Spaziergang im Park machen kann.
Selbst im beschaulichen Port Elizabeth ist man seines Lebens nicht mehr sicher. Und es ist keineswegs so, dass sich die Gewaltkriminalität auf die Townships beschränkt. Letztes Jahr im Mai wurden ein paar meiner Freunde und ich in eine Schießerei (http://www.theherald.co.za/herald/2007/05/14/news/n03_14052007.htm) verwickelt, bei der wir von Glück reden konnten, dass es eine Frau am Nachbartisch erwischt hat!
In mein Haus in P.E. Walmer wurde in 3 Monaten 6 mal eingebrochen. Danach bin ich in ein Apartmenthaus umgezogen und konnte endlich wieder ruhig schlafen. Die Sicherheit hatte allerdings seinen Preis: 7.200 Rand/Monat
Nahezu jeder meiner Freunde in SA hat persönliche Erfahrung mit Gewaltkriminalität gemacht. Meine Freundin wurde von zwei mit Pistolen bewaffneten am helligten Tag auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Durban entführt. Zum Glück wurde ihr nichts angetan. (Überhaupt scheint Hijacking in Durban ein regelrechter Volkssport zu sein... alle Achtung.. wer da noch nicht entführt wurde gehört schon fast zu einer Minderheit!)
Die Arbeiter unserer Firma werden regelmäßig (2-3 Fälle/Jahr, bei gerade einmal 6 Arbeitern) Freitags auf dem Nachhauseweg von bewaffneten überfallen und krankenhausreif geprügelt.
Ein Warnschild mit Totenkopf an einer Einfahrt nach New Brighton (P.E.) warnt nicht etwa vor Tuberkulose oder AIDS. Auch das hübsche Schild am Strand von Jeffrey's Bay "Danger, Mugging beyond this point" lädt nicht gerade zum längeren Verweilen ein. Ähnlich wenig vertrauenserweckend sind die "Beware, Hijacking"-Schilder an Johannesburg's Straßen, die nicht ohne Grund dort aufgestellt sind.
Auch ernüchternd ist die Beteuerung eines Reporters der mir zu verstehen gab, dass er dafür bezahlt wird über bestimmte Vorfälle (wie Morde) nicht zu schreiben.
Das Township Motherwell in Port Elizabeth verzeichnete über 250 Morde jedes Jahr in den vergangenen 5 Jahren.... Da verwundert es auch nicht dass ich ab und an an einer Leiche auf dem Weg (Bundesstraße) zur Arbeit vorbeifahre.
Persönlich gefällt es mir, an der Beachfront ein Gläschen guten Wein zu schlürfen oder den Sonnenuntergang bei nem Braai am Strand in Sardinia Bay zu beobachten oder auch mal am Wochenende Bokkies zu jagen.
Aber ich komme zu dem Schluß, dass es es nicht wert ist ständig irgendwelche Sicherheitsregeln zu beachten, u den nächsten Tag zu erleben.
Vermutlich werde ich zwar weiterhin geschäftlich und auch in den Urlaub nach SA fliegen, aber leben will ich dort nicht mehr.
Kriminalität ist "mit Sicherheit" das größte Problem des Landes.
Zugegeben manche Afrikaans'er sind recht hysterisch aber persönlich muss ich zusammenfassen, dass ich SA für weitaus gefährlicher halte, als das von der Presse (sowohl südafrikanische als auch deutsche) oder hier im Forum dargestellt wird.
Ich halte es auch für falsch die Situation in SA hier im Forum runter zuspielen, um potentielle Touristen oder Auswanderer nicht abzuschrecken oder um damit sein eigenes Auswandern "zu rechtfertigen".
Sehenswert ist SA trotz Kriminalität allemal.
Horrido,
Sascha
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