Vollständige Version anzeigen : Zille bleibt Kapstadts Bürgermeisterin
Gute Nachricht für Kapstadt: Helen Zille, Kapstadts neue Bürgermeisterin von der DA (Democratic Alliance), bleibt im Amt. Ihre Vielparteien-Koalition wackelte, nachdem die African Muslim Party (AMP) ausgeschieden war. Heute wurde jedoch offiziell bestätigt, dass die anfänglich störrische ID (Independent Democrats) von Patricia De Lille nun endlich der Koalition beigetreten ist. Die Allianz verfügt damit über eine komfortable Mehrheit im Stadtparlament. Selbst ein Sieg des ANC bei den in Kürze stattfindenden Nachwahlen in Hout Bay und anderen Teilen der Kaphalbinsel kann an den Mehrheitsverhältnissen nichts mehr ändern.
Helen Zille hatte erst vor wenigen Monaten - nach dem knappen Sieg der DA über den ANC - das Bürgermeisteramt übernommen und wurde anschliessend immer wieder von ANC Anhängern bedroht und beschimpft. Helen ist deutschstämmig und ein Segen für die Stadt. Sie ist aufrichtig, kompetent, durchsetzungsfähig, nicht-rassistisch, zupackend, sagt was sie denkt und tut was zu tun ist.
Capeman
BLambert
18.01.2007, 08:37
Glückwunsch für die Mother City ! Das hört sich gut an. Die ANC Riege vor ihr hatte sich ja die Taschen auch reichlich vollgestopft.
Vielleicht hat Südafrika noch eine Chance auf eine ernstzunehmende Opposition.
B. Lambert
Köln
Ich freue mich ebenfalls, dass Helen Zille so erfolgreich als Bürgermeisterin von Kapstadt ist. Sie ist willensstark, mutig und geradlinig und weiss sich durchzusetzen. Und sie ist politisch nicht erpressbar. Solche Politiker werden hier dringend benötigt. Hoffentlich kann der mässig demokratiefähige ANC diese Konkurrenz ertragen und hört endlich auf, Helen das Leben schwer zu machen. Ich hoffe auch, dass ihr genügend wachsame Bodyguards zur Verfügung stehen, so dass sie keinem Attentat zum Opfer fällt. Da sie nun auch noch für den DA Vorsitz kandidiert, wird sie um so wachsamer sein müssen, denn wir sind hier immerhin in Afrika. Ob die Doppelfunktion wirklich eine gute Idee ist, erscheint mir fraglich.
Benno
Beim Googeln nach Hellen Zille bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe mich gleich angemeldet. Ich bin auf der Suche nach demokratischen Vorbildern für Simbabwe.
Ich kann Helen Zille nur beide Daumen drücken, dass sie die Doppelfunktion stemmen kann. Ihre Partei sollte sie nach Kräften unterstützen. Sie liegt völlig richtig.
Ich habe einen thread über Kapstadt im NewZim-Forum eröffnet:
http://newzim.proboards86.com/index.cgi?action=display&board=general&thread=1178984618
HARDtalk auf BBC World um 0430 GMT 0930 GMT 1430 GMT 1930 GMT 0030 GMT. Auch auf BBC News 24 um 0430 and 2330 Uhr.
Heute ist Hellen Zille dran. Ausgezeichnet, kann ich nur sagen. Sie steht Nelson Mandela wohl noch am nächsten. In Sachen Simbabwe wäre es besser, Mbeki würde ihr die Angelegenheit übergeben (letzte 5 Minuten des Interviews).
Der Polizeichef sollte wegen moralischer Bedenken den Posten abgeben, weil ein Freund Kontakte zur Mafia hat. Charles Nqakula hat in der Sendung zuvor erklärt, dass er nur auf Beweise und nicht auf Gerüchte reagieren wird. Das habe nichts damit zu tun, dass der Polizeichef Mitglied des regierenden ANC ist (selber ist er in der SACP).
Helen müsste halt in den ANC eintreten. Dann hätte sie vielleicht Chancen, nächste Präsidentin zu werden, zumal sie ja auch glänzend Xhosa spricht (sie müsste dann vielleicht nur noch für ein paar Jahre ihren Körper schwarz bepinseln). Der ANC hat ja auch immer wieder versucht, sie zum Beitritt zu bewegen. Aber sie findet es wichtiger, dass Südafrika eine Opposition hat. Und das finde ich eigentlich auch.
Benno
Helen Zille hat Probleme mit ihrem Wohnungsbauprogramm. Die Mittel sind zu knapp geworden, weil das neue Stadion so viel verschlingen wird. Dieses soll nun wesentlich von arbeitslosen Hüttenbewohnern aufgebaut werden, damit diese sich ihre neuen Wohnungen von selbst verdientem Geld aufbauen können.
Aus Sicht der Architekten werden aber erfahrene Bauarbeiter benötigt, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen möglichst einen Horror vor Gewerkschaften mitbringen. Solche findet man unter den Wanderarbeitern, die etwa Schanghai rekonstruiert haben. Also Look East, wie die ZANU sagen würde.
Das passt aber nicht mit Hellens Wohnungsbauprogramm zusammen. Also müssen Crash-Kurs Lehrgänge her, die aus hoch motivierten Arbeitslosen solche Bauarbeiter machen, welche die Stadion-Architekten benötigen. Das widerspricht etwas der blinden Globalisierung, aber ich glaube, Helen ist da eh kein Fan von und kann die Architekten überzeugen, ihren Beitrag zu leisten (Let’s do it my way).
Nun warte ich auf die Berichte, wie diese Intensivlehrgänge organisiert werden, wie Mütter der Vorstädte aufgestachelt werden, ihre talentierten, aber arbeitslosen Söhne hinzuschicken und diese es nicht wagen sollen, ohne ordentlichen Abschluss wieder aufzutauchen.
Ich denke, die Austragungsorte stehen da in einem gewissen Wettbewerb um den tollsten Patriotismus, 2010 zu einem Erfolg mit Nachhaltigkeit zu machen.
PS1: Wegen Nachhaltigkeit würde ich momentan nicht den Tourismus-Minister von Simbabwe befragen. Der ist gerade zum Vorsitzenden der Nachhaltigkeits-Kommission der UNO von der AU (einschließlich Südafrika) mit Mehrheit bestimmt worden.
PS2: Gerade wurde hier auf MDR-info berichtet, dass die Region Kapstadt bereits ein Konzept erarbeitet hat, um auf die Klima-Erwärmung mit dem anstiegenden Wassermangel zu reagieren. Die Früchte- und Weinwirtschaft ist dafür besonders empfindlich. Staubecken und intelligentere Drainagesysteme sollen gebaut werden, was alles Milliarden kosten wird, um die sich aber auch viele Problembewältiger von anderen Gebieten streiten. In der Konkretheit ist da Kapstadt ein Vorbild für Europa und viele andere.
Helen müsste halt in den ANC eintreten. Dann hätte sie vielleicht Chancen, nächste Präsidentin zu werden, zumal sie ja auch glänzend Xhosa spricht (sie müsste dann vielleicht nur noch für ein paar Jahre ihren Körper schwarz bepinseln).
http://i172.photobucket.com/albums/w3/data-x/Helen_Zille.jpg
Helen Zille, Kapstadts Bürgermeisterin und Vorsitzende der Oppositionspartei, kämpft für die Demokratie in Südafrika. Foto: ap
Erst die Drohung Zilles, notfalls vor dem Verfassungsgericht in Johannesburg gegen ihre geplante Entmachtung zu klagen, bewog den ANC schließlich, den Antrag auf Vormundschaft zurückzuziehen.
Zu spät erkannte der ANC zudem, dass gerade die vielen persönlichen Attacken genau das Gegenteil bewirkten: Zilles Koalition hielt. Nicht ohne Grund wird die 56-Jährige auch „Eiserne Lady“ oder „Godzilla“ genannt.
http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/200051/_t/ft/_b/1332026/default.aspx/index.html
Ich hatte in der DDR einen ANC kennengelernt, der weniger selbstsüchtig war. Schämen sich diese neuen Regionalfürsten um James Ngculu nicht für ihr Verhalten? Oder ist das so eine Politmafia geworden, die der ZANU nacheifert? Komisches Vorbild.
Die deutsche Presse müht sich, da gebe es lustige Spitznamen? Godzilla ist ein böses, japanisches Trickfilm-Monster. Eiserne Lady nannte man Maggy Thatcher, die Oktober 1979 plötzlich zum Waffenstillstand aufrief, RGM ihr Südrhodesien auf dem Silbertablett zuschanzte, seinen kleinen Völkermord Gukurahundi deckte und RGM dafür den KCB durch die Queen überreichen ließ.
Hellen Zille hat mit solcher Politik nichts zu tun. Auch ist sie keine Förderin von Robert Mugabe, wie es Frau Thatcher und ihre Tories gewesen sind.
Eher könnte sich Frau Zille mit einer Forderung anfreunden, Vorgänge in die Wahrheitskommission einzubinden, die im Ausland ihre Wirkung entfaltet haben. Super-ZAPU von 1984/85 zum Beispiel - der südafrikanische Anteil an Gukurahundi oder die Beteiligung an Renamo und Unita, Aktivitäten in Sambia... Der ANC würde das lieber im Dunkeln belassen, damit eigene Fehler nicht ans Licht kommen: gestörtes Verhältnis zu Transparenz halt.
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