Vollständige Version anzeigen : Mord in Durban
Gewaltverbrechen
Deutscher Manager in Südafrika ermordet
Der Leiter des Lanxess-Werkes im südafrikanischen Merebank, Johann Lotter, und dessen Ehefrau sind in ihrem Haus tot aufgefunden worden. Ein Sprecher von Lanxess sprach am Sonntag in Leverkusen von Mord. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Der Sicherheitsdienst des Unternehmens unterstütze die Behörden.
Lotter war seit 1990 in Merebank tätig, zunächst als Produktions- und seit Mitte der neunziger Jahre als Standortleiter. Lanxess produziert in Südafrika Leder- und Kautschukchemikalien. An fünf Standorten arbeiten rund 450 Mitarbeiter für den börsennotierten Spezialchemie-Konzern. Die Lanxess AG entstand 2004 durch eine Ausgliederung aus dem Bayer-Konzern und ist im MDax gelistet.
Zweifel an Sicherheit bei der Fußball-WM wachsen
Lanxess-Vorstandsvorsitzender Axel C. Heitmann reagierte mit Bestürzung auf das Verbrechen. Der 53 Jahre alte Lotter und seine Frau hinterlassen drei Kinder.
Südafrika hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Der Mord dürfte die Debatte über die Sicherheitslage in dem Land neu entfachen. In zwei Jahren ist die Republik am Kap Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft.
Ermorderter Lanxess-Manager
Die Kinder stehen unter Mordverdacht
VON FRANK RÄTHER, 22.07.08, 10:56h
Der südafrikanischer Lanxess-Chef und seine Frau wurden zu Hause ermordet. Widersprüchliche Aussagen bringen nun die beiden Kinder des Ehepaars in Tatverdacht.
Johannesburg - Der Tathergang klang wie üblich in Südafrika: Ehepaar in Durban ermordet, brutale Einbrecher hätten den Mann - Leiter einer Niederlassung des Leverkusener Lanxess-Konzerns bei Durban - erdrosselt und seine Ehefrau erstochen. Der Sohn wurde in sein Zimmer gesperrt und die Tochter fand dann die Leichen. Doch eine Nachfrage beim Polizeisprecher Superintendent Jay Naicker in Durban ergab ein anderes Bild.
Wahrscheinlich waren nicht brutale Einbrecher die Mörder des südafrikanischen Ehepaares - sondern die eigenen Kinder. Sohn und Tochter werden von der Polizei als Tatverdächtige vernommen, denn eine Reihe von Indizien und Widersprüchen in den Aussagen lassen deutliche Zweifel an der ursprünglichen Version aufkommen.
Die Familie wohnt in einer Villengegend in Durban-Westville. Der 18-jährige Sohn hatte der Polizei anfangs erklärt, dass er am Samstagabend beim Öffnen der Garageneinfahrt von zwei Männern mit schwarzen Masken über dem Gesicht angegriffen wurde. Diese hätten ihm das Handy gestohlen und ihn dann in sein Zimmer gesperrt. Als später die Tochter nach Hause kam, fand sie den Vater erdrosselt in dessen Schlafzimmer und die Mutter erstochen in der Küche.
Offenbar fühlten sich die Kinder in ihrer Darstellung des Falls durch viele ähnliche Fälle in Südafrika animiert, wo Einbrecher nicht nur die Häuser ausräumen, sondern auch die Bewohner dabei misshandeln, vergewaltigen und sogar töten. Über 18.000 Menschen wurden binnen eines Jahres ermordet, das sind 50 Tote jeden Tag, also alle halbe Stunde ein Mord. Angesichts dieser alltäglichen Brutalität, mit der die Gangster vorgehen, werden immer wieder auch Familienprobleme gewaltsam ausgetragen. So, wie jetzt anscheinend im Fall der Familie in Durban.
bakubong
22.07.2008, 17:22
Krass. Was für Kinder. :eek:
Ging's mal wieder ums Geld???
Krass. Was für Kinder. :eek:
Ging's mal wieder ums Geld???
Null Ahnung, habs eben erst im Internet gelesen. Denk aber es gings ums Geld, ist echt krass sowas :mad:
bakubong
22.07.2008, 17:36
Nun, wenn ihnen in SA der Prozess gemacht wird und sie in ein südafrikanisches Gefängnis kommen, werden sie sicherlich bereuen. Leider zu spät. :rolleyes:
Capetonian
23.07.2008, 08:49
Wobei Mord aus Habgier von Kinder mit Sicherheit aber kein Suedafrikanisches Phaenomen ist.
bakubong
23.07.2008, 09:41
Wobei Mord aus Habgier von Kinder mit Sicherheit aber kein Suedafrikanisches Phaenomen ist.
Nö, sicherlich nicht. Macht's aber nicht besser. :(
Johan Lotter
Wende im Mordfall am Kap
von Wolfgang Drechsler
Johan Lotter, Werksleiter des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Südafrika, ist offenbar doch nicht von Unbekannten getötet worden. Heute sollen drei Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt werden.
KAPSTADT. Zwei Jahre vor Beginn der Fußball-WM sorgt ein Mord in Südafrika für Aufsehen. Johan Lotter, Leiter des Werkes Merebank/Durban des Leverkusener Spezialchemiekonzerns Lanxess, und seine Frau wurden am Wochenende in ihrem Haus in Westville, einem Vorort der Hafenstadt Durban, ermordet. Der 53-Jährige wurde erdrosselt, seine Frau mit einem Küchenmesser erstochen.
Der Fall erhöht die Skepsis, dass Südafrika sein Sicherheitsproblem in den Griff bekommt. „Leute, die nicht glauben wollen, dass sich unser Land in einer schweren Verbrechenskrise befindet, haben den Bezug zur Realität verloren“, wettert Südafrikas Geschäftsmann Johan Rupert, der den Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont kontrolliert.
Zunächst gab es den Verdacht, Johan Lotter und seine Frau seien Opfer eines Raubmordes durch Unbekannte. Ähnlich wie im vergangenen November, als der deutsche Besitzer der vor allem bei deutschsprachigen Urlaubern beliebten Heia Safari Ranch westlich von Johannesburg ermordet wurde. Kurz zuvor war in Wartburg bei Durban das aus Bayern stammende Betreiberehepaar des international bekannten „Wartbuger Hofes“ erschossen worden.
Inzwischen mehren sich jedoch die Hinweise darauf, dass es sich bei der Bluttat nicht um Raubmord, sondern um eine Familienintrige handelt. Wie gestern aus Polizeikreisen in Durban verlautete, sind inzwischen drei Tatverdächtige verhaftet worden. Dabei soll es sich um zwei der drei Kinder des ermordeten Ehepaars sowie einen Helfershelfer handeln. Das dritte Kind der Lotters hat mit dem Mord anscheinend nichts zu tun. Alle Tatverdächtigten haben nach Angaben der Polizei Geständnisse abgelegt und sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden
Motiv für den Doppelmord soll Geldgier gewesen sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass der schlechte Ruf Südafrikas zur Verschleierung eines familieninternen Mordes dient.
Lotter arbeitete seit 1990 in Merebank bei Durban, zunächst als Produktions- und seit Mitte der neunziger Jahre als Standortleiter für das Leverkusener Spezialchemie-Unternehmen, das Bayer 2004 aus dem Konzern ausgliederte. Lanxess produziert in Südafrika Leder- und Kautschukchemikalien. An fünf Standorten arbeiten rund 450 Mitarbeiter.
Als Gastgeber der Fußball-WM 2010 wird Südafrika seit einiger Zeit in den Medien genau beobachtet. Als der frühere österreichische Profifußballer Peter Burgstaller kurz vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2010 im vergangenen November auf einem Golfplatz bei Durban erschossen wurde, schien dies schlimmste Befürchtungen zu bestätigen: Südafrika bekomme sein Kriminalitätsproblem vor der WM 2010 nicht in den Griff.
Mit täglich rund 50 Morden hat das Land am Kap tatsächlich eine der höchsten Kriminalitätsraten weltweit. Allerdings spielt sich diese Gewalt überwiegend in den Armengebieten ab – und schwappt nur gelegentlich in die mehrheitlich von Weißen bewohnten Villenvororte.
Prozess in Südafrika
Im südafrikanischen Scottsburgh wird ab heute, Montag, gegen die beiden Tatverdächtigen zum Mord am oberösterreichischen Ex-Fußballstar Peter Burgstaller verhandelt. Der Eventmanager war am 23. November 2007 auf einer Golfanlage in Durban erschossen aufgefunden worden, Rundschau Online hat berichtet.
Wenige Tage nach dem Mord hatte die südafrikanische Polizei zwei Brüder verhaftet, bei ihnen war das Handy des Oberösterreichers gefunden worden. Bis heute leugnen sie den Mord und beschuldigen ihrerseits die Beamten der Beweisfälschung.
Peter Burgstaller war fanlässlich der Auslosung der Qualifiaktionsgruppen für die Fußball-WM 2010 in Durban nach Südafrika gereist. Das Urteil wird für Freitag erwartet.
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